Arbeiten in der Pension muss sich lohnen: Familien- und Care-Arbeit muss wertgeschätzt und berücksichtigt werden!
Viele Seniorinnen und Senioren bleiben auch nach dem Pensionsantritt beruflich aktiv – sei es aus Freude an der Tätigkeit oder aus finanzieller Notwendigkeit. Derzeit bleibt vom Zuverdienst jedoch oft nur wenig übrig. „Der geplante Steuerfreibetrag von 15.000 Euro jährlich für den Zuverdienst in der Pension ab 1. Jänner 2027 ist daher ein wichtiger und richtiger Schritt. Arbeiten in der Pension darf nicht nur Liebhaberei sein – es muss sich auch finanziell auszahlen“, betonen Seniorenbund Landesobmann LH a.D. Dr. Josef Pühringer und Landesgeschäftsführer BR Mag. Franz Ebner.
Kritisch sieht der OÖ Seniorenbund jedoch die derzeit vorgesehenen Zugangsvoraussetzungen: Neben dem Erreichen des Regelpensionsalters sollen für Männer 40 und für Frauen aktuell 36,5 Jahre notwendig sein. Für viele Frauen stellt das aber eine große Hürde dar.
„Die Lebensrealitäten der Frauen, die in Pension sind oder gehen, müssen berücksichtigt werden“, fordern die beiden.
Viele Frauen mussten aufgrund von Kindererziehung oder der Pflege von Angehörigen längere Erwerbspausen einlegen. Zudem fehlte es in der Vergangenheit oft an gesellschaftlicher Akzeptanz für berufstätige Mütter. Diese Faktoren wirken sich bis heute auf ihre Versicherungszeiten aus. Eine Zugangsvorrausetzung von aktuell 30 Jahren für Frauen könnte die Realität besser abbilden.
Positiv bewertet der OÖ Seniorenbund, dass der Steuerfreibetrag auch für jene gelten soll, die ihren Pensionsantritt aufgrund weiterer Erwerbstätigkeit aufschieben – und zwar ohne diese Einschränkungen –, und dass der Dienstnehmerbeitrag zur Pensionsversicherung für das Arbeiten in der Pension entfallen soll.
Angesichts der demografischen Entwicklung ist für den OÖ Seniorenbund klar: Die Erfahrung und das Potenzial älterer Menschen müssen stärker genutzt werden. Voraussetzung dafür sind jedoch faire und attraktive Rahmenbedingungen.
„Es braucht insbesondere gerechte Lösungen für Frauen, Familien- und Care-Arbeit muss wertgeschätzt und berücksichtigt werden“, so Pühringer und Ebner abschließend.
