Eine der erfreulichsten Entwicklungen unserer Zeit ist die steigende Lebenserwartung. Im Vergleich zu früheren Generationen werden die Menschen immer älter und bleiben in der Regel auch länger gesund, fit und aktiv. Dennoch hat die demografische Entwicklung – insbesondere angesichts der starken Zunahme der Hochbetagten – naturgemäß auch einen Anstieg des Pflegebedarfs zur Folge.
Neben der Verschiebung der Altersstruktur haben sich auch die Familienstrukturen in den letzten Jahren verändert, was ebenfalls Auswirkungen auf die Pflege hat.
„Angesichts der demografischen Entwicklung und des steigenden Pflegebedarfs muss das Thema Pflege absolute Priorität haben. Denn unsere älteren und pflegebedürftigen Mitmenschen haben eine gute und verlässliche Pflege verdient. Jeder muss sich darauf verlassen können, die bestmögliche Pflege zu erhalten und in Würde altern zu können“, betonen Landesobmann LH a.D. Dr. Josef Pühringer und Landesgeschäftsführer BR Mag. Franz Ebner.
Die Familie ist der größte Pflegeplatz im Land
Die Mehrheit will zu Hause betreut werden – aus diesem Grund müssen die Betreuung zu Hause und insbesondere auch die pflegenden Angehörigen bestmöglich unterstützt werden. Pflege zu Hause ermöglicht es nicht nur, in vertrauter Umgebung zu bleiben, sondern sie ist für die öffentliche Hand auch die kostengünstigste Variante.
Forderungen des OÖ Seniorenbundes
Leistbarkeit der 24-Stunden-Betreuung gewährleisten und die Qualität sichern
Die 24-Stunden-Betreuung bietet die Möglichkeit, auch bei umfangreicherem Hilfsbedarf so lange als möglich zu Hause verbleiben zu können. Allerdings ist diese sehr oft eine Frage der Leistbarkeit, müssen die Betroffenen doch mit Kosten um 3.000 Euro oder mehr pro Monat rechnen. Aus Sicht des OÖ Seniorenbundes sind daher folgende Maßnahmen unabdingbar:
- Anhebung der Förderung zur finanziellen Entlastung der Betroffenen
- Anhebung der Einkommensgrenze zur Inanspruchnahme der Förderung
- Einheitliche Qualitätskriterien und Flexibilität bei innovativen Wohnformen
Pflegende Angehörige besser unterstützen
Pflegende Angehörige – viele von ihnen selbst Teil der Generation 60+ – bilden das Rückgrat unseres Pflegesystems. Ohne ihren Einsatz würde dieses zusammenbrechen. Deshalb müssen pflegende Angehörige bestmöglich unterstützt werden.
- Ausbau und bessere Leistbarkeit von Tagesbetreuung und Kurzzeitpflege
- Ausweitung des Angehörigenbonus
- Pflegegeldeinstufung innerhalb von drei Monaten
Weitere Forderungen
- Freie Wahl des Alten- und Pflegeheims
- Barrierefreie Umbauten frühzeitig fördern
- Chancen der Digitalisierung in der Pflege nutzen
- Personaloffensive weiter verstärken
- Prävention mehr in den Fokus rücken
