Rund 30.000 Menschen nehmen in Österreich die 24-Stunden-Betreuung in Anspruch. Angesichts der demografischen Entwicklung und der deutlich steigenden Zahl hochbetagter Menschen wird ihre Bedeutung in den kommenden Jahren weiter zunehmen.
„Es ist erfreulich, dass immer mehr Menschen ein hohes Alter erreichen und viele von ihnen lange selbstständig leben können. Gleichzeitig steigt mit zunehmendem Alter auch der Pflegebedarf. Da die meisten älteren Menschen möglichst lange zu Hause leben möchten und die Betreuung zu Hause für die öffentliche Hand deutlich kostengünstiger ist als eine Unterbringung im Pflegeheim, müssen wir der 24-Stunden-Betreuung besonderes Augenmerk schenken“, betonen Seniorenbund-Landesobmann LH a. D. Dr. Josef Pühringer und Landesgeschäftsführer BR Mag. Franz Ebner.
In Österreich gibt es derzeit rund 57.000 selbstständige Personenbetreuerinnen, die von rund 900 Organisationen vermittelt bzw. betreut werden. Pühringer und Ebner verweisen darauf, dass es mit dem Österreichischen Qualitätszertifikat (ÖQZ 24) zwar bereits ein Instrument gibt, das Standards wie Transparenz bei Leistungen und Kosten sowie regelmäßige Qualitätssicherung vorgibt. Die Teilnahme daran ist allerdings freiwillig. Daher werden derzeit nur rund 40 Prozent der Klienten von Agenturen mit ÖQZ-Zertifizierung betreut. Die beiden erinnern daran, dass im Regierungsprogramm die Etablierung bundesweit einheitlicher und verbindlicher Qualitätskriterien vereinbart wurde.
Handlungsbedarf sehen die Seniorenvertreter auch bei der Finanzierung. Die Förderung der 24-Stunden-Betreuung liegt derzeit bei maximal 800 Euro pro Monat und müsse dringend valorisiert werden. Gleichzeitig müsse die Einkommensobergrenze für den Förderanspruch von derzeit 2.500 Euro netto spürbar angehoben werden. Denn die bestehende Förderung decke die tatsächlichen Kosten bei Weitem nicht ab. Betroffene Familien müssen bis zu rund 3.500 Euro aufbringen, um ihren Angehörigen eine 24-Stunden-Betreuung zu Hause ermöglichen zu können.
Dabei ist die 24-Stunden-Betreuung auch aus Sicht der öffentlichen Hand die kostengünstigere Lösung: „Die Betreuung zu Hause kommt der öffentlichen Hand eindeutig günstiger als die Unterbringung in Alten- und Pflegeheimen. Umso wichtiger ist es, die 24-Stunden-Betreuung qualitativ abzusichern und finanziell so zu unterstützen, dass sie für die Familien leistbar bleibt.“
