Beste Gesundheitsversorgung für Oberösterreich

Seniorinnen und Senioren sind auf gute Gesundheitsversorgung vor Ort angewiesen!

Eine gute Gesundheitsversorgung ist für alle Menschen, für die Seniorinnen und Senioren aber von ganz entscheidender Bedeutung. Den OÖ Seniorenbund mit Landesobmann LH a.D. Dr. Josef Pühringer bewegten beim aktuellen Seniorendialog zum Thema „Beste Gesundheitsversorgung für Oberösterreich – zentral wie auch regional“ drei Fragen ganz besonders:

1. Wird die ortsnahe Gesundheitsversorgung in höchster Qualität auch in Zukunft optimal gewährleistet sein, werden wir genügend niedergelassene Ärzte haben? Denn im Alter ist die Frage der Entfernung beziehungsweise der Mobilität entscheidend. 

2. Wird unser Gesundheitssystem, das heute ganz sicher zu den besten der Welt zählt, aber auch zu den teuersten, langfristig für alle gewährleistet sein? 

3. Wird unsere Gesellschaft so stark sein, dass auch bei einer geänderten Rechtslage in Sachen Sterbehilfe, kein Druck auf Hochbetagte, Schwerkranke, Langzeitkranke und Behinderte entsteht, sich aus dieser Welt vorzeitig abzumelden, da sie hohe Kosten im Gesundheitssystem verursachen? 

„Obwohl wir dem OECD-Vergleich nach die zweithöchste Ärztedichte in Europa haben, machen uns folgende Fakten Sorgen. Neben der Altersstruktur der niedergelassenen Ärzte und deutlich weniger Medizinstudenten im Fach Allgemeinmedizin, deren Anzahl sich innerhalb von 15 Jahren um zwei Drittel reduziert hat, steht die Überlastung des Ärztepersonals mit administrativen und pflegerischen Aufgaben, die in anderen Ländern nicht von Ärzten verrichtet werden, im Fokus. Auch die Tatsache, dass bis Ende 2022 in Oberösterreich 104 niedergelassene Kassenärzte das 65. Lebensjahr erreichen, schafft Fragezeichen.“, formuliert Pühringer die Sorgen der Seniorenorganisation. „Der OÖ Seniorenbund verlangt auch Mitsprache in den Krankenkassen, zumindest so wie es vor der Reform gesichert war – in allen Gremien, nicht nur in der Hauptversammlung, wie es jetzt vorgesehen ist.“, so der Landesobmann. 

 

Mit Ideen und neuen Ansätzen Teil der Lösung sein 

„Als OÖ Seniorenbund haben wir uns vorgenommen, dieses Thema mit unserem Seniorendialog offen anzusprechen und gemeinsam mit Expertinnen und Experten Lösungsansätze zu erarbeiten. Die Politik, die in diesem Bereich ohnehin wach ist, muss sich um diese Thematik weiter annehmen.“, sieht Pühringer alle Beteiligten in der Pflicht, ihren Teil zu einer positiven Entwicklung beizutragen. Der OÖ Seniorenbund hat sich intensiv mit diesem Thema beschäftigt und sieht in den folgenden Maßnahmen, weitere Möglichkeiten zur Verbesserung der bestehenden Situation. 

1. Attraktivierung der Ausbildung niedergelassener Fachärzte 
Bereits in der Ausbildung muss noch mehr Wert daraufgelegt werden, dass die Medizinstudentinnen und Medizinstudenten mehr Einblicke in die Arbeit als niedergelassener Hausarzt bekommen. Im Laufe von Pflichtpraktika können die Auszubildenden für sich entscheiden, ob sie diesen Weg einschlagen möchten oder nicht. Die Einführung eines längeren Pflichtpraktikums für alle Medizinstudentinnen und Medizinstudenten sieht der OÖ Seniorenbund als geeignete Maßnahme, um ihnen diese Eindrücke zu verschaffen. 

2. Anreize schaffen in ländlichen Regionen eine Hausarztpraxis zu übernehmen oder zu eröffnen Viele Medizinerinnen und Mediziner sehen es als attraktiver an, eine Facharztausbildung einzuschlagen, statt eine Kassenstelle als Hausarzt zu übernehmen. Die Gründe für ein solche Entscheidung können vielseitig sein, jedoch braucht es zusätzliche Anreize, die Laufbahn als Hausarzt im niedergelassenen Bereich einzuschlagen. Der OÖ Seniorenbund sieht in einer Überarbeitung der Kassenverträge eine Möglichkeit, dass sich künftig wieder mehr Jungmedizinerinnen und Jungmediziner dafür entscheiden eine Hausarztpraxis zu übernehmen beziehungsweise eine solche zu eröffnen. 

3. Finanzierung aus einer Hand 
Finanzielle Anreize zu schaffen, bedeutet auch einen kostspieligen Mehraufwand für die öffentliche Hand. Während in europäischen Staaten wie Schweden, Dänemark oder Norwegen das Gesundheitssystem aus einer Hand finanziert wird, kommen die Gelder in Österreich aus mehreren Quellen – aus der Sozialversicherung und dem Steuertopf. Das führt dazu, dass Leistungen nicht dort erbracht und finanziert werden, wo sie aus ökonomischer Sicht am besten angesiedelt sind. Dieser Frage muss sich in Zukunft in besonderer Weise gewidmet werden, um diesen großen und teuren Gesellschaftsbereich optimal zu organisieren. 

 

Für all jene, die nicht dabei sein konnten, geht's hier zum aufgezeichneten Seniorendialog: https://bit.ly/3xZTBtf

>>> Hier geht's zur Presseunterlage

v.l.: Hon.-Prof. Dr. Felix Wallner (Direktor der Ärztekammer OÖ), LH a.D. Dr. Josef Pühringer (Landesobmann OÖ Seniorenbund), LH-Stv. Mag. Christine Haberlander (Gesundheitsreferentin des Landes Oberösterreich), Mst. Michael Pecherstorfer (Vorsitzender ÖGK Landesstellenausschuss) (Bildquelle: OÖ Seniorenbund)