Angesichts der demografischen Entwicklung und deren Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt – bis 2050 fehlen in Österreich rund 120.000 Erwerbspersonen – fordern wir rasch ein Umdenken im Umgang mit älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern.
„Ältere bringen wertvolle Expertise und Erfahrung mit – dieses Potenzial darf nicht ungenutzt bleiben“, betonen Seniorenbund-Landesobmann LH a.D. Dr. Josef Pühringer und Landesgeschäftsführer BR Mag. Franz Ebner. Die Zuordnung „alt = teuer“ müsse aus den Köpfen der Arbeitgeber hinaus, ebenso Pauschalurteile, dass Ältere weniger belastbar und häufiger krank seien.
„Die Anhebung des faktischen Pensionsantrittsalters ist das Gebot der Stunde. Aber, wenn die Menschen länger arbeiten sollen, müssen sie auch die Chance dazu haben“, unterstreichen die beiden. Zwar ist die Beschäftigungsquote der Gruppe der 55- bis 64-jährigen in den vergangenen Jahren gestiegen, mit 60,1% liegt Österreich aber immer noch unter dem EU-Schnitt (66,5%).
Angesichts der demografischen Entwicklung sei klar: Mehr Beschäftigung Älterer ist ein entscheidender Hebel für den Arbeitsmarkt. „Gerade deshalb müssen wir das Potenzial und die Erfahrung älterer Menschen viel stärker nutzen“.
Gerade Jobsuchende über 50, insbesondere über 55 Jahre, haben es schwer, wieder einen passenden Arbeitsplatz zu finden. Das zeigen auch die mit zunehmendem Alter steigenden Arbeitslosenquoten (50 bis 54 Jahre: 6,5%, 55 bis 59 Jahre: 7,7%, 60 bis 64 Jahre: 10,5%). Zudem sind fast 40% der über-50-jährigen Arbeitslosen langzeitbeschäftigungslos.
Forderungen des OÖ Seniorenbundes
Wir fordern daher gezielte Maßnahmen wie mehr Weiterbildung, betriebliche Gesundheitsförderung, altersgerechte Arbeitsplätze, flexible Arbeitsmodelle, Anreize für die Beschäftigung Älterer sowie eine bessere Unterstützung für ältere Arbeitssuchende beim Wiedereinstieg. Begrüßt wird die Ankündigung von Sozialministerin Korinna Schumann, bis Ende des Jahres ein Anreizsystem sowie begleitende Maßnahmen für mehr Beschäftigung von über 60-Jährigen zu präsentieren.
Darüber hinaus muss das Arbeiten im Alter endlich attraktiver werden. „Der geplante Steuerfreibetrag von 15.000 Euro jährlich für den Zuverdienst in der Pension ist ein wichtiger Schritt. Arbeiten in der Pension darf nicht nur Liebhaberei sein – es muss sich auch finanziell auszahlen“, betonen Pühringer und Ebner.
