Corona schärft Gesundheitsbewusstsein der OÖ Senioren

Präsentation der neuesten IMAS-Umfrage unter den Seniorinnen und Senioren.

Seit 2018 führt der OÖ Seniorenbund jährlich mit dem Meinungsforschungsinstitut IMAS International eine Umfrage durch, mit dem Ziel, die aktuell vorherrschenden Einstellungen, Erwartungen und Bedürfnisse der oberösterreichischen Seniorinnen und Senioren zu ermitteln. In der Zeit von 25. Mai bis 16. Juni wurden 405 über 60-Jährige in Form eines persönlichen Interviews zu ausgewählten Themenbereichen befragt. 

Der Landesobmann LH a.D. Dr. Josef Pühringer und Landesgeschäftsführer Mag. Franz Ebner des OÖ Seniorenbundes lassen die Ergebnisse der durchgeführten Umfrage in die politische Ausrichtung der Seniorenorganisation einfließen. „Mithilfe dieser Befragung können wir noch zielgerichteter die Interessen und Anliegen der Seniorinnen und Senioren vertreten. Die Pandemie hat einzelne – bereits dringliche – Themen wie die Gesundheit und Pflege, noch präsenter im Alltag der über 60-Jährigen gemacht. Aber auch die regionale Herkunft der Produkte, die Stärkung der heimischen Wirtschaft und die Bedeutung von Familie und Freunden haben in dem vergangenen Jahr enorm zugenommen. Diese Gesundheitskrise brachte einen gesellschaftlichen Wandel mit sich, den es als Interessensvertretung zu beachten gilt. Mit den gewonnenen Erkenntnissen fühlen wir uns in einzelnen Bereichen bestätigt und werden unsere Forderungen bei den politischen Entscheidungsträgern weiterhin anbringen.“, so Pühringer und Ebner. 

 

1. Medizinische Versorgung im ländlichen Bereich absichern 

Um die medizinische Versorgung im ländlichen Bereich absichern zu können, braucht es zukünftig mehr Anreize für Ärzte, eine Hausarztpraxis im niedergelassenen Bereich zu eröffnen oder zu übernehmen. Viele Medizinerinnen und Mediziner sehen es als attraktiver an, eine Facharztausbildung einzuschlagen, statt eine Kassenstelle als Hausarzt zu übernehmen. Der OÖ Seniorenbund sieht in der Überarbeitung der Kassenverträge hinsichtlich eines höheren Gehaltes und flexibleren Arbeitszeiten eine Möglichkeit, Jungmedizinerinnen und Jungmediziner für Hausarztpraxen zu gewinnen. Zudem muss bereits in der Ausbildung noch mehr Wert daraufgelegt werden, dass die Medizinstudentinnen und Medizinstudenten mehr Einblicke in die Arbeit als niedergelassener Hausarzt bekommen. Im Laufe von Pflichtpraktika können die Auszubildenden für sich entscheiden, ob sie diesen Weg einschlagen möchten oder nicht. Die Einführung eines längeren Pflichtpraktikums für alle Medizinstudentinnen und Medizinstudenten sieht der OÖ Seniorenbund als geeignete Maßnahme, um ihnen diese Eindrücke zu verschaffen. 

Auch die Anzahl der heimischen Absolventinnen und Absolventen des Medizinstudiums muss in Zukunft höher ausfallen. Eine Erhöhung des Kontingents an Studienplätze, insbesondere für österreichische Studentinnen und Studenten, wäre dringend notwendig. 

 

2. Präventive Gesundheitsangebote ausbauen 

Ein bewusstes und gesundes Leben zu führen, ist für die Mehrheit der oberösterreichischen Seniorinnen und Senioren ein großes Anliegen. Mit Vorsorgemaßnahmen kann dazu beigetragen werden, dass die Menschen mehr Jahre in Gesundheit verbringen können. Vorsorgeuntersuchungen sind eine geeignete Maßnahme, um den aktuellen Gesundheitszustand zu erheben und mögliche Krankheiten bereits in der Entstehungsphase zu erkennen und eine weitere Ausbreitung zu verhindern. In der Einführung eines Gesundheitspasses, verbunden mit regelmäßigen Untersuchungen und anderen präventiven Gesundheitsmaßnahmen, sieht der OÖ Seniorenbund einen Anreiz, die Menschen dazu zu bewegen, nicht erst im Falle einer Krankheit zu handeln, sondern der Gesundheit noch mehr Wert beimessen. 

 

3. Gemeinschaft stärken – der Einsamkeit entgegenwirken 

Die Selbstverständlichkeit, Freunde und Familie zu jeder Tag- und Nachtzeit besuchen zu können, ist während der Pandemie verloren gegangen. Durch Aktivitäten und gezielten Initiativen gegen die Einsamkeit versucht der OÖ Seniorenbund selbst seinen Beitrag zu leisten, um den Seniorinnen und Senioren das Gefühl von Gemeinschaft zu vermitteln. Die regelmäßigen Spielenachmittage, Sport- und Bewegungsangebote, Kaffeerunden, Ausflüge, Reisen und Besuche der Sprengelbetreuer in den 429 Ortsgruppen sorgen direkt in den Gemeinden dafür, dass alle Seniorinnen und Senioren die Möglichkeit haben, einer Gemeinschaft mit Gleichgesinnten anzuschließen. Die Landesorganisation trägt mit dem ISA Bildungsangebot, den Landesreisen, dem Kulturangebote und den Beratungen dazu bei, dass die über 60-Jährigen Anschluss finden. Zu den gezielten Aktivitäten zur Bekämpfung der Einsamkeit wurden erst kürzlich ein neues Veranstaltungsformat unter dem Namen „Kennaglernt“ eingeführt, mit dem Ziel, dass sich Seniorinnen und Senioren in kurzer Zeit kennenlernen können. Auch eine neue Kontaktbörse im Mitgliedermagazin WIRaktiv soll dabei helfen. 

Von Seiten der Politik fordert der OÖ Seniorenbund, dass das Thema „Einsamkeit“ auf die Agenda genommen und gezielte Maßnahmen erarbeitet werden. 

 

4. Heimische Wirtschaft stärken und Regionalität fördern 

Die Pandemie hat ein großes Manko aufgezeigt – die Abhängigkeit vom Ausland. Ob bei den Pflegekräften, den Produkten des täglichen Gebrauchs oder einzelnen Rohstoffen, in vielen Bereichen sind wir auf andere Länder angewiesen. Um zukünftig auch in Krisenzeiten die Versorgung sicherstellen zu können, braucht es die Stärkung der heimischen Wirtschaft sowie eine genaue Evalierung, in welchen Bereichen es nach wie vor Verbesserungspotential gibt. Das vergangene Jahr hat dazu beigetragen, dass ein Umdenken der Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher eingesetzt hat – die Ergebnisse der diesjährigen IMAS-Umfrage zeigen das eindrucksvoll. 

 

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v.l.: DDr. Paul Eiselsberg (IMAS International), OÖ Seniorenbund Landesobmann LH a.D. Dr. Josef Pühringer, OÖ Seniorenbund Landesgeschäftsführer Mag. Franz Ebner (Bildquelle: OÖ Seniorenbund)



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