Die neuen Alten – ein Schatz für die Gesellschaft

Wir möchten den Internationalen Tag der älteren Menschen auch heuer wieder zum Anlass nehmen, um auf den Wert der SeniorInnen aufmerksam zu machen.

Rund 375.000 Menschen in Oberösterreich gehören der Generation 60+ an und diese Gruppe wird in den kommenden Jahren weiterwachsen. Deshalb möchte der OÖ Seniorenbund den Internationalen Tag der älteren Menschen auch heuer wieder zum Anlass nehmen, um auf den Wert der Seniorinnen und Senioren für unsere Gesellschaft aufmerksam zu machen. Eingeführt wurde dieser 1990 von der UNO, um einerseits auf die Situation und die Bedürfnisse älterer Menschen aufmerksam zu machen und andererseits, um die Leistungen der Seniorinnen und Senioren für die Gesellschaft zu würdigen. Seither findet der Tag der älteren Menschen jedes Jahr am 1. Oktober statt. 

Wer kennt es nicht, das Klischee von den Gänsefütternden grauhaarigen Alten, die am Stock gehen? Doch dieses Bild von den Seniorinnen und Senioren in unserem Land entspricht schon längst nicht mehr der Realität. Schließlich ist die Mehrheit der Generation 60+ fit und aktiv und möchte die Gesellschaft mitgestalten. Zudem sind die Seniorinnen und Senioren schon längst keine homogene Gruppe mehr – der Bogen spannt sich hier von den agilen Jungseniorinnen und -senioren bis zu den Hochbetagten über 85 mit unterschiedlichen Lebensvorstellungen, Wünschen und Bedürfnissen. 

Unverzichtbares und unbezahlbares gesellschaftliches Engagement

„Wir setzen uns entschieden dagegen zur Wehr, dass die älteren Menschen immer nur als Kostenfaktor, vor allem im Gesundheits- und Pensionssystem, dargestellt werden. Denn die Seniorinnen und Senioren sind heute Leistungsträger unserer Gesellschaft und ihr Engagement ist unverzichtbar und unbezahlbar“, betont Seniorenbund Landesobmann LH a.D. Dr. Josef Pühringer. Als Oma und Opa geben sie den Enkelkindern Geborgenheit, als pflegende Angehörige kümmern sie sich um hilfsbedürftige Familienmitglieder, als Ehrenamtliche führen sie Essen auf Rädern aus, übernehmen Besuchsdienste, helfen als Schülerlotsen oder engagieren sie sich bei der Feuerwehr, der Musik, in Sportvereinen, usw. „Die Liste der Aufgaben, die Seniorinnen und Senioren wahrnehmen ist schier unendlich. Damit sind sie eine unverzichtbare Stütze für unsere Gesellschaft. Würde man ihre ehrenamtlichen Leistungen in Zahlen gießen, so wäre das nicht zu finanzieren“, ergänzt Seniorenbund Landesgeschäftsführer Mag. Franz Ebner. Der Wert der ehrenamtlichen Arbeit, die ältere Menschen jährlich leisten, wird auf rund 8 Mrd. Euro geschätzt. 

Darüber hinaus sind die Seniorinnen und Senioren auch für die Wirtschaft und den inländischen Konsum von hoher Bedeutung. So ist etwa ein Viertel aller Konsumausgaben der Österreicherinnen und Österreicher, welche mit insgesamt mit 196,75 Mrd. Euro (2019) beziffert werden, auf diese zurückzuführen, wobei ein Großteil direkt in die heimische Wirtschaft fließt. 

Senioren im Land brauchen eine starke Stimme 

 „Aufgrund der enormen Leistungen, die die Generation 60+ für die Gesellschaft und das Land erbringt, müsste es eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein, dass diese auch in allen wichtigen Entscheidungsgremien eine Stimme hat“, fordern Pühringer und Ebner eine Absicherung der politischen Mitbestimmung, indem es sowohl in den gesetzgebenden Gremien auf Bundes- und Landesebene sowie in den Gemeinden künftig Seniorenvertreter gibt. Denn nur Seniorinnen und Senioren bzw. ihre Interessenvertreter verstehen deren Bedürfnisse und können sich wirklich in deren Situation hineinversetzen. Dabei dürfe auch nicht vergessen werden, dass die Seniorinnen und Senioren ein wesentlicher politischer Faktor sind, so stellten sie bei der letzten Landtagswahl rund 34 % der Wahlberechtigten und waren für rund 40 % der abgegebenen Stimmen verantwortlich.

Bildquelle: NDAB Creativity/Shutterstock.com



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