An der Pflegelehre führt kein Weg vorbei

Bei der derzeit laufenden Debatte über die Pflegereform müssen Nägel mit Köpfen gemacht werden, fordert der OÖ Seniorenbund.

„Alle Bemühungen, mehr junge Menschen für den Pflegeberuf zu begeistern sind zu begrüßen, denn das Personalproblem ist das zentrale Thema. Heime kann man bauen, Finanzierung kann man schaffen, medizinische Geräte anschaffen – aber ohne genügend junge Menschen, die sich für den Pflegeberuf entscheiden, werden jede Pflegereform und jedes Pflegekonzept scheitern. Daher fordern wir erneut die Einführung einer Pflegelehre, da wir uns von ihr wirklich einen großen Beitrag zur Lösung des Pflegethemas erwarten“, stellen Landesobmann LH a.D. Dr. Josef Pühringer und Landesgeschäftsführer Mag. Franz Ebner klar.

Wenn nach der Pflichtschule bereits die Entscheidung getroffen werden kann, in den Pflegeberuf einzusteigen – in Form einer ganz regulären Pflegelehre mit einem entsprechenden Abschluss anstatt erst mit der Ausbildung ab 17 Jahren beginnen zu können – werden sich mehr junge Menschen für diesen herausfordernden Beruf entscheiden.

Das dem so ist, beweist ein Blick in ein Nachbarland. „Die Schweiz macht es uns vor“, hebt Pühringer hervor. Die Pflegelehre in Form einer dualen Ausbildung ist dort Standard. Natürlich müssen auch Qualifizierungsmöglichkeiten bis hin zur Fachkraft im Anschluss an den Lehrabschluss angeboten werden. In der Schweiz ist der Pflegeberuf mittlerweile bei den Jugendlichen unter den Top-Berufen gelandet. „Sich an Best-Practice-Beispielen in Europa zu orientieren ist keine Schande – Österreich sollte es tun“, verlangen Pühringer und Ebner dieses Modell auch in Österreich zu etablieren.

„Wir dürfen auf junge Leute, die eventuell bereit sind, in den Lehrberuf Pflege einzusteigen, nicht verzichten.  Wenn sie mit fünfzehn Jahren eine andere Berufslaufbahn einschlagen, ist es sehr fraglich, ob sie für den Pflegeberuf später noch gewonnen werden können. Daher führt am Lehrberuf Pflege kein Weg vorbei, denn wir werden in Österreich in den nächsten 30 Jahren 80.000 zusätzliche Mitstreiter in der Pflege benötigen!“, schließen Pühringer und Ebner ab.

Bildquelle: BlurryMe/Shutterstock.com



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