Prävention, Versorgungswege und Digitalisierung – ein Blick nach Dänemark.
Der OÖ Seniorenbund hat sich im vergangenen Herbst in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen über das dortige Gesundheits- und Pflegesystem informiert. Schließlich wird Dänemark in diesen Bereichen immer wieder als Vorbild genannt.
Besonderen Vorbildcharakter hat der hohe Stellenwert der Prävention. Trotz geringerer familiärer Betreuung, die in Dänemark keine Tradition hat, ist die Heimaufenthaltsquote niedriger als in Österreich. Ziel der Dänen ist es, dass die Menschen möglichst lange selbstständig zu Hause leben können. Ein wichtiges Angebot sind Aktivitätszentren, vergleichbar mit Tagesbetreuungsangeboten, die vielfältige Aktivitäten von Gymnastik bis Musik anbieten, sowie die Hauskrankenpflege. Auch in Dänemark stellen Demenz und Einsamkeit eine zunehmende Herausforderung dar.
In der Gesundheitsversorgung kommt dem Hausarzt eine Schlüsselrolle zu. Er ist die erste Anlaufstelle und entscheidet über weitere notwendige Schritte. Die Patientenlenkung funktioniert deutlich besser als in Österreich, wo es einen Lückenschluss im niedergelassenen Bereich braucht. In den Krankenhäusern werden die Ressourcen regional nach Bedarf gebündelt, der Fokus liegt auf akuten Fällen und Operationen. Charakteristisch für Dänemark ist das Zusammenspiel aller Berufsgruppen auf Augenhöhe.
Auffällig ist der hohe Digitalisierungsgrad im Alltag und im Gesundheitssystem. Die digitale Gesundheitsakte ist längst eingeführt, sorgt für Effizienz und vermeidet Doppelbefundungen. Gleichzeitig stellt die Digitalisierung des Alltags – es gibt fast ausschließlich digitale Amtswege und seit Jänner keinen Briefversand mit der Post mehr – insbesondere Senioren vor Herausforderungen. Das verdeutlicht, wie wichtig es ist, Menschen auf dem Weg in die Digitalisierung zu begleiten und während einer Übergangszeit analoge Angebote sicherzustellen.