Senioren dürfen bei OP-Terminen nicht benachteiligt werden

Mit scharfer Kritik reagiert der OÖ Seniorenbund auf den Vorstoß des IHS-Gesundheitsökonomen Thomas Czypionka, der im Rahmen einer Studie zu OP-Wartezeiten vorgeschlagen hat, Erwerbstätige bei planbaren Operationen schneller dranzunehmen als Pensionistinnen und Pensionisten.

„Dieser Vorschlag ist für uns absolut untragbar. Ob jemand noch im Berufsleben steht oder bereits in Pension ist, darf kein Kriterium für die Vergabe eines OP-Termins sein. Das wäre eine klare Altersdiskriminierung und würde an den Grundpfeilern unseres solidarischen Gesundheitssystems rütteln“, stellt Landesobmann LH a.D. Dr. Josef Pühringer klar. Denn auch in der Pension können Schmerzen, Einschränkungen und lange Wartezeiten die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen.

Pühringer erinnert in diesem Zusammenhang daran, dass es die heutige Generation der Senioren war, die das österreichische Gesundheitssystem jahrzehntelang durch ihre Beiträge finanziert hat.

„Nach einem Leben harter Arbeit haben ältere Menschen das uneingeschränkte Recht auf eine zeitgerechte medizinische Versorgung.“ Gerade vor dem Hintergrund, dass die Krankenversicherungsbeiträge nur für Pensionistinnen und Pensionisten erhöht wurden, hätten Seniorinnen und Senioren ein Recht darauf, eine zumindest gleichwertige Behandlung zu bekommen. „Wer zur Kasse gebeten wird, darf im Krankenhaus nicht in die Warteschleife geschoben werden“, so Pühringer.

Auch Landesgeschäftsführer Bundesrat Mag. Franz Ebner warnt vor weitreichenden Konsequenzen einer solchen Priorisierung: „Wenn Seniorinnen und Senioren länger als andere auf OP-Termine warten müssen, ist das oft nicht nur mit enormen Schmerzen verbunden, sondern kann aufgrund der daraus resultierenden Einschränkungen auch zu Pflegebedürftigkeit führen. Dieser vermeintlich ökonomische Vorschlag würde sich damit als teurer Bumerang für unser ohnehin belastetes Pflegesystem erweisen.“

„Pensionistinnen und Pensionisten leisten tagtäglich unzählige Stunden unbezahlter Arbeit – sei es bei der Betreuung ihrer Enkelkinder, der Pflege von Angehörigen oder im Ehrenamt. Ohne diesen wertvollen Beitrag würde vieles in unserer Gesellschaft nicht funktionieren. Würden ältere Menschen krankheitsbedingt länger ausfallen, hätte das auch spürbare negative Folgen für die jüngeren Generationen und deren Erwerbstätigkeit“, so Ebner.

Der OÖ Seniorenbund fordert daher ein klares Bekenntnis der Gesundheitspolitik:

„Die Reihung bei planbaren Eingriffen darf ausschließlich nach medizinischer Notwendigkeit und dem Leidensdruck der Patientinnen und Patienten erfolgen. Eine Zweiklassenmedizin nach Berufsstatus oder finanziellen Möglichkeiten darf es in Österreich niemals geben“, so Pühringer und Ebner abschließend.

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