Aktuelle IMAS-Umfrage

Senioren sehen Gesundheitsversorgung und Pflege als dringlichste Aufgaben – Forderung nach Fairness bei Pensionsanpassung!


Hohe Zufriedenheit der Senioren mit der Landespolitik 

75 Prozent der Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher über 60 Jahre, die im Juni 2021 an der jährlichen repräsentativen Umfrage des OÖ Seniorenbundes durch das Meinungsforschungsinstitut IMAS International teilgenommen haben, gaben an, einigermaßen zufrieden oder sehr zufrieden mit der Landespolitik in Oberösterreich zu sein. Ein Fünftel, also 20 Prozent der befragten Personen gab an, eher oder überhaupt nicht zufrieden zu sein. Sechs Prozent konnte sich für keine dieser Angaben entscheiden. Die Zufriedenheit ist bei allen drei Altersgruppen (60-64, 65-74, 75+ Jahre) gleich stark ausgeprägt. 

Der Landesobmann des OÖ Seniorenbundes LH a.D. Dr. Josef Pühringer sieht darin die Bestätigung, dass der Kurs des Miteinanders von Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer und seine Politik richtig sind. „Thomas Stelzer hat als Landeshauptmann bewiesen, dass er der richtige für unsere Zeit ist. Er trifft klare Entscheidungen, geht mutig voran und konnte mit selbstbewussten Auftreten gegenüber der Bundespolitik wichtige Erfolge für Oberösterreich erzielen. Er lebt aber auch eine Politik der Menschlichkeit, in der wir als wirtschaftlich starkes Bundesland gerade für Schwächere und Benachteiligte Verantwortung übernehmen. Die nächsten Wochen entscheiden, wer Oberösterreich als Landeshauptmann in die Zukunft führen soll. Gerade jetzt braucht es Klarheit für Oberösterreich und daher einen klaren Auftrag an Thomas Stelzer.“, so Pühringer. 

Gesundheit und Pflege stehen an erster Stelle 

Werden die oberösterreichischen Seniorinnen und Senioren danach gefragt, welche politischen Forderungen sie aus der Landespolitik unterstützen, finden sich die meisten Angaben im Bereich der Gesundheit wie auch der Pflege wieder. So geben 73 Prozent der befragten Seniorinnen und Senioren an, dass sie die Sicherung der wohnortnahen medizinischen Versorgung durch praktische Ärzte stark oder sehr stark unterstützen. Der Ausbau der mobilen Pflegedienste wie auch eine höhere Pflegestufenbewertung bei Demenz-Erkrankung wird ebenso von 68 beziehungsweise 66 Prozent der Befragten unterstützt. Zu den weiteren relevanten Forderungen, die jeweils von mehr als der Hälfte der Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher ab 60 Jahren stark oder sehr stark unterstützt wird, zählen der Ausbau der stationären Pflege (68 Prozent) und der Kurzzeitpflegeplätze (63 Prozent) sowie Maßnahmen zur Bekämpfung der Einsamkeit (64 Prozent). 

Fünf Maßnahmen zur Bewältigung der Herausforderungen in der Pflege 

Im Zusammenhang mit dem Thema Pflege wurden den oberösterreichischen Seniorinnen und Senioren Maßnahmen vorgelesen, die dazu beitragen sollen, die Herausforderungen im Bereich der Pflege zu meistern. Höhere öffentliche Zuschüsse bei der 24-Stunden-Pflege erhalten von 72 Prozent der befragten Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher ab 60 Jahren eine starke oder sehr stark Unterstützung. Die Schaffung eines Lehrberufs in der Pflegeausbildung, Maßnahmen zur Attraktivierung des Pflegeberufs sowie ein Pflege-Daheim-Bonus durch zusätzliche Urlaubstage für pflegende Angehörige folgen mit einer starken oder sehr starken Zustimmung von jeweils 70 Prozent. Mehr als die Hälfte der oberösterreichischen Seniorinnen und Senioren unterstützen zudem die Einführung einer verpflichtenden jährlichen Vorsorgeuntersuchung ab 40 Jahren wie auch von Wertgutscheinen oder eines Abschlags des Krankenversicherungsbeitrages als Anreize für regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen. 

Senioren fühlen sich in Oberösterreich sicher 

Die oberösterreichischen Seniorinnen und Senioren haben ein sehr hohes Sicherheitsempfinden. 87 Prozent der befragten über 60-Jährigen antworten auf die Frage wie sicher man sich in Oberösterreich eigentlich vor Verbrechen und Straftaten fühlen kann, mit einigermaßen oder sehr sicher. 9 Prozent geben an sich eher nicht sicher, 3 Prozent sich überhaupt sicher zu fühlen. 1 Prozent ist sich unschlüssig und gibt keine Angabe an. 

Erkenntnisse decken sich mit der Einschätzung des OÖ Seniorenbundes 

Sowohl Landesobmann LH a.D. Dr. Josef Pühringer als auch Landesgeschäftsführer Mag. Franz Ebner sehen sich mit den gewonnenen Erkenntnissen der Umfrage auf ihrem Kurs bestätigt. „Insbesondere die Pflege gilt als jenes Thema, das bei den Seniorinnen und Senioren mit vielen Fragezeichen versehen ist. Es braucht einen Kraftakt, um die Pflege zukunftsfit zu machen und sie langfristig absichern zu können.“, stellen Pühringer und Ebner klar. „Bereits seit einigen Jahren wissen wir um die Notwendigkeit einer gravierenden Veränderung im Pflegebereich Bescheid und setzen uns daher mit dieser Thematik eingehend auseinander. Wir fordern die politischen Entscheidungsträger im Pflegebereich dazu auf, den Versprechungen auch Taten folgen zu lassen. Als größte Seniorenvertretung des Landes sehen wir uns in der Pflicht, mit Lösungsvorschlägen unseren Teil zur Lösung beizutragen, fordern aber auch, dass diese gehört und umgesetzt werden.“, fordern die Vertreter des OÖ Seniorenbundes die zuständigen Ressorts zu raschem Handeln auf. 

Beste Pflege für alle im Land auch zukünftig gewährleisten 

Die Zahl der 85-jährigen und älteren Menschen, also jene Gruppe, in der die Pflegebedürftigkeit in der Regel stark zunimmt, wird sich bis 2040 auf über 70.000 Personen nahezu verdoppeln. Dennoch muss sich jeder im Land darauf verlassen können – unabhängig vom Einkommen – die bestmögliche Pflege und Betreuung zu erhalten. Es muss eine Pflegegarantie für alle Menschen in Oberösterreich geben. Um dies sicherzustellen, fordert der OÖ Seniorenbund: 

Mobil vor stationär als Leitlinie der Pflegepolitik 
Um den betroffenen Seniorinnen und Senioren den Wunsch erfüllen zu können, den Lebensabend in den eigenen vier Wänden verbringen zu können, braucht es den Ausbau der mobilen Pflegedienste wie auch die Unterstützung für bestehende sozialmedizinische Betreuungsringe. Darüber hinaus muss gewährleistet sein, dass eine qualitätsvolle 24-Stunden-Betreuung für jeden im Land leistbar bleibt. Durch eine verpflichtende Zertifizierung nach einheitlichen Normen für Vermittlungsagenturen von Pflegekräften, eine bessere und jährlich valorisierte Förderung wie auch durch eine gleiche finanzielle Abgeltung der 24-Stunden-Betreuung, unabhängig von der Anzahl der Pflegekräfte, sieht der OÖ Seniorenbund eine Möglichkeit, auch zukünftig die 24-Stunden-Betreuung für jeden im Land zu ermöglichen. 

Entlastung der pflegenden Angehörigen 
Rund 947.000 Österreicherinnen und Österreicher sind direkt an der Pflege und Betreuung eines Familienangehörigen beteiligt. Davon kümmern sich 146.000 Menschen um ein Familienmitglied in stationären Pflegeeinrichtungen, 801.000 pflegen Angehörige direkt zu Hause. In Oberösterreich werden lediglich 22% der Pflegebedürftigen in stationären Einrichtungen betreut, die Betreuung der restlichen 78% wird von pflegenden Angehörigen übernommen, 35% mit Unterstützung von mobilen Betreuungsdienste, 43% sogar ohne fremder Hilfe. „Die Betreuung aller pflegebedürftigen Personen in stationären Einrichtungen ist langfristig nicht machbar, deswegen muss gewährleistet sein, dass diejenigen, die sich um die Pflege zu Hause annehmen, Unterstützung von fachkundiger Seite erhalten.“, hebt Landesobmann LH a.D. Dr. Josef Pühringer die Wichtigkeit des Pflegemodells der mobilen Dienste hervor. Zudem sollen folgende Maßnahmen die pflegenden Angehörigen unterstützen, die Aufgabe der Betreuung zu übernehmen: 

- Pflegeberatung auf kommunaler Ebene 

- Ein Pflege-Daheim-Bonus, also ein Bonus für pflegende Angehörige, die ihre Verwandten zu Hause betreuen 

- Ausreichende und leistbare Tagesbetreuungsangebote und Kurzzeitpflegeplätze 

- Eine Höherbewertung der Demenz bei der Pflegegeldeinstufung 

- Etablierung von Demenz-Stationen in bestehenden Seniorenbetreuungseinrichtungen als Anlaufstelle für pflegende Angehörige 

- Schaffung von Community Nurses („Gemeindeschwestern“) als zentrale Ansprechpersonen in Sachen Pflege 

- Eine kostenlose Pensionsversicherung aufgrund der Pflege eines nahen Angehörigen schon ab Pflegestufe 1. 

Personaloffensive in der Pflege 
Der stetig steigende Bedarf an Pflegebetreuung steht einer sinkenden Zahl an Pflegekräften gegenüber. Derzeit sind in Österreich rund 63.000 Personen im Bereich der Alterspflege beschäftigt. Bis zum Jahr 2050 ist von einem zusätzlichen Mehrbedarf von über 80.000 Pflegekräften die Rede. Daher braucht es anhand der Entwicklung der Hochbetagten eine genaue Dienstposten- und Bedarfsplanung, die Einführung einer Pflegelehre sowie eine generelle Aufwertung und Attraktivierung des Pflegeberufs. Darüber hinaus sollen ausreichend Fort- und Weiterbildungsangebote für im Beruf stehende Pflegerinnen und Pfleger ermöglicht werden, um ihnen damit die Gelegenheit zur persönlichen Weiterentwicklung zu bieten. 

Die langfristige finanzielle Absicherung der Pflege 
In Anbetracht der demografischen Entwicklung, die in den kommenden Jahren einen starken Anstieg der Pflegebedürftigen und eine dementsprechende Kostensteigerung im Pflegebereich mit sich bringen wird, ist auch die langfristige finanzielle Absicherung der Pflege essentiell, um jeder und jedem im Land die bestmögliche Pflege zu garantieren. Ein wichtiger Schritt dazu ist die Finanzierung der Pflege aus einer Hand. 

Fairness für die Pensionisten – Pensionserhöhung über Inflationsrate muss gegeben sein 

Nach der Veröffentlichung der maßgeblichen Inflationsrate von 1,8 Prozent, steht für den OÖ Seniorenbund fest, dass bei den bevorstehenden Verhandlungen über die Pensionserhöhungen 2022, diese Rate für alle Bezieherinnen und Bezieher abgegolten werden muss. „Die Güter des täglichen Lebens - wie Wohnkosten, Lebensmittel oder Gesundheitsausgaben - steigen im Schnitt höher, als die durchschnittliche Inflationsrate. Insbesondere die über 60-Jährigen, die in besonderer Weise diese Güter benötigen, treffen diese Teuerungen. Daher muss bei den Verhandlungen mitberücksichtigt werden, dass die Bezieherinnen und Bezieher kleinerer Pensionen, ein zusätzliches „Zubrot“ bekommen sollen. Denn auch diese sind durch die Erhöhung der Lebenshaltungskosten stark betroffen. Seniorinnen und Senioren brauchen keine Geschenke – aber Fairness!“, so Pühringer. 

„Man darf nicht vergessen, dass das Mehr, das die Seniorinnen und Senioren durch die Pensionserhöhung erhalten werden, ohnehin wieder zurück in die heimische Wirtschaft fließt. Fällt diese Erhöhung deutlicher aus, so spiegelt sich das auch im Wirtschaftskreislauf in positiver Art und Weise wieder.“, stellt Franz Ebner klar. „Bei all dieser Diskussion darf darüber hinaus nicht vergessen werden, dass die heutigen Pensionsbezieherinnen und Pensionsbezieher durch ihre jahrzehntelange Arbeit maßgeblich zum heutigen Wohlstand entscheidend beigetragen haben.“ 

 

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v.l.: OÖ Seniorenbund Landesobmann LH a.D. Dr. Josef Pühringer, DDr. Paul Eiselsberg (IMAS International), OÖ Seniorenbund Landesgeschäftsführer Mag. Franz Ebner (Bildquelle: OÖ Seniorenbund)