Ein Zeichen der Wertschätzung

Großeltern sind ein Schatz für die Gesellschaft, deshalb fordert der OÖ Seniorenbund die Einführung eines Großelterntages.

In Regelzeiten gelten Großeltern als engste Bezugspersonen der Enkelkinder. Zudem übernehmen sie viele verschiedene Aufgaben ohne finanzielle Gegenleistungen zu erhalten. Laut dem Schweizer Bundesamt für Statistik leisten die Großeltern in unserem Nachbarland pro Jahr 160 Millionen unentgeltliche Stunden an Betreuungsarbeit, was in etwa einer Wirtschaftsleistung von über 8 Milliarden Franken (7,28 Milliarden Euro) entspricht. Aufgrund ähnlicher Voraussetzungen würde das für Österreich bedeuten, dass hierzulande die Seniorinnen und Senioren umgerechnet 166 Millionen Stunden für die Betreuung von Enkelkindern aufwenden, was mit einer Wirtschaftsleistung von 7,547 Milliarden Euro beziffert werden kann. Ob in der Rolle als Bewahrer der familiären Tradition, als religiöser Erzieher, als zusätzliche stabile Bezugsperson oder als Lehrer können Großeltern zu einer positiven Entwicklung der Enkelkinder beitragen. 

„Die Arbeit, die die Omas und Opas in unserem Land für ihre Familien und die gesamte Gesellschaft verrichten, könnte niemals finanziell abgegolten werden. Deshalb müsse man die Wertschätzung den Großeltern gegenüber, anderweitig zum Ausdruck bringen. Zum einen sind Oma und Opa maßgeblich an der Entwicklung der Wertvorstellungen und der Identität der Enkelkinder beteiligt, was sehr im Sinne unserer Gesellschaft liegt. Zum anderen sind auch wirtschaftliche Interessen damit verbunden, da die Gewährleistung einer angemessenen Kinderbetreuung, den Eltern die Rückkehr ins Berufsleben erleichtert. Hinzu kommen noch die finanziellen Unterstützungen von Seiten der Großeltern, die dadurch die Eltern entlasten. Die Leistungen von Oma und Opa können nur schwer in Zahlen gegossen werden, dennoch gebührt ihnen dafür ein großer Dank!“, sind sich der Landesobmann und der Landesgeschäftsführer des OÖ Seniorenbundes LH a.D. Dr. Pühringer und Mag. Franz Ebner einig. 

 

Die Einführung eines Großelterntages als Zeichen der Wertschätzung 

In Ländern wie Frankreich, Italien, Polen, Spanien, den USA oder der Schweiz gibt es bereits einen eigenen Tag, um die Leistungen von Oma und Opa hervorzuheben. Ähnlich dem Mutter- oder Vatertag wird dieser Tag den Großeltern gewidmet und dadurch der Wertschätzung ihnen gegenüber Ausdruck verliehen. Dr. Josef Pühringer und Mag. Franz Ebner rufen dazu auf, einen solchen Tag auch in Österreich zu etablieren. „Die Seniorinnen und Senioren unseres Landes leisten nicht nur als ehrenamtliche Helfer, als erfahrene Berater oder als Förderer der Wirtschaft einen großen Beitrag für unsere Gesellschaft, sondern auch aus dem innerfamiliären Bereich sind die über 60-Jährigen nicht wegzudenken. Als Oma oder Opa begegnen sie mit Zuneigung und liebevoller Hingabe ihren Enkelinnen und Enkeln und fördern ihre weitere Entwicklung zu mündigen Bürgerinnen und Bürgern unserer Gesellschaft. Sie sind maßgeblich an ihrem Werdegang beteiligt.“, so die Spitze der Seniorenorganisation. „Die Einführung eines eigenen Großelterntages bietet die Gelegenheit Bewusstseinsarbeit hinsichtlich der Leistungen der Seniorinnen und Senioren zu leisten.“, sieht Pühringer die Einführung eines Großelterntages als notwendig. 

 

Appell an Bund und Land 

In Richtung der politischen Entscheidungsträger fordert der OÖ Seniorenbund sowohl auf Landes- und Bundesebene diese Anregung zu behandeln und den Vorschlag der Einführung eines Großelterntages ehestmöglich umzusetzen. „Auch in Österreich braucht es einen Tag, an dem die Leistungen der Großeltern angemessen gewürdigt werden. Es ist an der Zeit den älteren Bürgerinnen und Bürgern durch bewusste Handlungen Wertschätzung und Dank entgegenzubringen, vor allem dann, wenn sie ihre Enkelinnen und Enkel dabei unterstützen, als verantwortungsbewusste und mündige Bürgerinnen und Bürger heranzureifen.“, fordern Pühringer und Ebner dazu auf Taten folgen zu lassen. 

 

OÖ Seniorenbund zeigt Eigeninitiative 

Der OÖ Seniorenbund nimmt sich dabei aber auch selbst in die Pflicht und setzt konkrete Maßnahmen: 

1. organisationsinternen „Oma-Opa-Enkel Tag“ 
Mit einem organisationsinternen „Oma-Opa-Enkel Tag“, der jedes Jahr stattfinden soll, möchte man selbst einen Anlass schaffen, bei dem die Großeltern gemeinsam mit ihren Enkelinnen und Enkeln an einer Veranstaltung teilnehmen können. Dieser soll in Form eines Wandertags mit speziell ausgerichteten Programmpunkten abgehalten werden. Neben der körperlichen Betätigung können Einblicke in die Denk- und Lebensweise der unterschiedlichen Generationen gewährt werden. Ein Rahmenprogramm mit musikalischen und kulinarischen Angeboten soll zu einer guten Atmosphäre beitragen.
„Bei unserem Aktionstag möchten wir die Seniorinnen und Senioren dazu einladen mit ihren Enkelkindern einen unvergesslichen Tag zu verbringen und dadurch ihre Beziehung zueinander zu stärken.“, legt der Landesgeschäftsführer die Pläne des OÖ Seniorenbundes dar. 

2. Bewusstsein schaffen in Kanälen des OÖ Seniorenbundes 
Mit gezielten Informationen möchte man in den verschiedenen Kanälen Bewusstsein schaffen, welche Leistungen die Großeltern gegenüber ihren Enkelkindern und der Gesellschaft vollbringen. In dem Mitgliedermagazin „WIRaktiv“, dem wöchentlichen Mitgliedernewsletter oder auch auf den sozialen Medien soll zukünftig darauf ein besonderer Schwerpunkt liegen. 

3. Lesepatenausbildung – Kooperation mit dem Roten Kreuz OÖ 
In einer Kooperation mit dem Roten Kreuz werden sogenannte Lesepaten ausgebildet, die in den Bildungseinrichtungen des Landes gemeinsam mit Kindern lesen. Dadurch werden nicht nur die Lesefertigkeiten der Kinder gefördert sondern auch der Austausch zwischen den Generationen wird unterstützt

 

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