Wirtschaftsfaktor Senioren

Präsentation der Studie von Dr. Dr. Friedrich Schneider und Dr. Elisabeth Dreer.

„Die Seniorinnen und Senioren werden stets als Kostentreiber des öffentlichen Finanzhaushaltes, vor allem in Hinsicht auf das Gesundheits- und Pensionssystem, bezeichnet. Sich auf diese Sicht der Dinge zu beschränken, würde ein verzerrtes Bild der Seniorinnen und Senioren zeigen. Statt sie als Kostenfaktor zu sehen, müsse künftig der Blick auf die wirtschaftliche Relevanz der Generation 60+ gelenkt werden!“, sieht der Landesobmann des OÖ Seniorenbundes LH a.D. Dr. Josef Pühringer das Bild der Gesellschaft hinsichtlich der älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger als unvollständig. 

Im Jahr 2019 lebten 8.858.775 Personen in Österreich, wovon 2.211.800 zur Altersgruppe über 60 Jahren zählten – ein Viertel aller Österreicherinnen und Österreicher. Laut einer Studie des Wirtschaftsexperten Dr. Dr. Friedrich Schneider betrugen 2019 die Konsumausgaben rund 196,75 Milliarden Euro, herabgebrochen auf die Bevölkerung der über 60-Jährigen ergibt das Konsumausgaben von rund 50 Milliarden Euro im Jahr 2019. Diese fließen direkt als Einnahmen an Unternehmen in Österreich, wodurch Einkommen geschaffen und wiederum weitere Wertschöpfungseffekte erzielt werden. Diese Ausgaben schaffen zusätzliche Kreislaufeffekte von etwa 56 Milliarden Euro – damit können mehr als 400.000 heimische Arbeitsplätze geschaffen oder gesichert werden. 

 

Zwischen Herausforderungen und Chancen 

Die Veränderung der Altersstruktur bringt in den nächsten Jahren einige Herausforderungen mit sich. Im Jahr 2019 betrugen die Pensionsleistungen 56,2 Milliarden Euro, was 14,1 Prozent des BIPs bedeutet. Aufgrund der steigenden Zahl an Personen, die eine Pension beziehen, werden diese Ausgaben künftig höher ausfallen. Neben dem Pensionssystem werden die Sicherung des Gesundheits- wie auch des Pflegesystems die Gesellschaft beschäftigen. Die Kosten, die in den Bereichen Gesundheit, Pflege und Pensionen entstehen, betrugen im Jahr 2020 noch etwa 22,9 Prozent des BIPs, bis 2050 werden die Aufwendungen dafür auf etwa 26,5 Prozent ansteigen. 

Das Vorrücken jüngerer Generationen in das Pensionsalter, die anders sozialisiert wurden und eine relativ hohe Kaufkraft mitbringen sowie der Wandel des Konsums zeigt Chancen auf, die es zu nutzen gilt. Die hohe Reisefreudigkeit der Jungseniorinnen und Jungsenioren, das steigende Gesundheitsbewusstsein sowie das höhere Anspruchsniveau hinsichtlich der Lebensqualität bietet zahlreiche Möglichkeiten, um die heimische Wirtschaft zu fördern. Durch die Verbesserung der subjektiv empfundenen Gesundheit der Seniorinnen und Senioren, steigt auch die Bereitschaft, sich weiterzubilden und Bildungsangebote wahrzunehmen. „Neben den bevorstehenden Herausforderungen, auf die es sich gut vorzubereiten gilt, gibt es aber vor allem auch viele Chancen, die die demografische Entwicklung mit sich bringt. Eine Sichtweise, die lediglich die Ausgaben und Kosten in den Mittelpunkt stellt, ist nicht angebracht. Stattdessen müsse man sich vielmehr den Kopf darüber zerbrechen, wie man das vorhandene Potential voll und ganz ausschöpfen kann.“, so Pühringer. 

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Die Präsentation der Studie als Startschuss 

Der OÖ Seniorenbund sieht in der Präsentation der Wirtschaftsstudie von Dr. Dr. Friedrich Schneider und Dr. Elisabeth Dreer den Ausgangspunkt für weitere Aktivitäten inner- wie auch außerhalb der Seniorenorganisation. 

v.l.: OÖ Seniorenbund Landesobmann LH a.D. Dr. Josef Pühringer, Dr. Elisabeth Dreer (Forschungsinstitut für Bankwesen der JKU), Dr.Dr.h.c.mult. Friedrich Schneider (em. Univ.-Prof. der Abteilung Wirtschaftspolitik der JKU), OÖ Seniorenbund Landesgeschäftsführer Mag. Franz Ebner (Bildquelle: OÖ Seniorenbund)

1. Kommunikation zu den Seniorinnen und Senioren 
Die Präsentation der Studie gilt als Startschuss für die Bewusstseinsbildung auch innerhalb der betroffenen Altersgruppe. Im Rahmen einer Landesvorstandsklausur werden den Spitzenfunktionärinnen und Spitzenfunktionären des OÖ Seniorenbundes die Ergebnisse detailliert präsentiert. Zudem werden die Ergebnisse den Mitgliedern des OÖ Seniorenbundes in den verschiedenen Kanälen wie dem Mitgliedermagazin WIRaktiv, den wöchentlichen Mitgliedernewslettern, per WhatsApp oder Facebook bekanntgegeben. 

2. Vorantreiben des Paradigmenwechsels 
Einen neuen Blick auf die neuen Senioren zu ermöglichen, ist ein gesetztes Ziel des OÖ Seniorenbundes. In den nächsten Wochen werden der Landesobmann LH a.D. Dr. Josef Pühringer und der Landesgeschäftsführer Mag. Franz Ebner Vertretern der Politik, Wirtschaft und Kultur – wie beispielsweise dem Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner – die Ergebnisse der Studie vorlegen. 

3. Wert des Ehrenamtes hervorheben 
Die durchgeführte Wirtschaftsstudie zeigt eindrucksvoll, welch hohen finanziellen Wert, die ehrenamtlichen Leistungen der Funktionärinnen und Funktionäre ausmachen, wenn diese hauptamtlich geleistet werden würden. Der OÖ Seniorenbund ist nicht nur die größte Seniorenvertretung des Landes, sondern zudem ein ehrenamtlich strukturierter Verein. Deshalb möchte man den Wert des Ehrenamtes hervorheben und sich als Interessensvertretung bei künftigen Diskussionen klar positionieren. 

„Mit den erhaltenen Ergebnissen möchten wir das Bewusstsein schärfen, dass die Seniorinnen und Senioren nicht nur Kostenfaktor sind, sondern aktiv für eine funktionierende Gesellschaft beitragen. Würde man diese ehrenamtlichen Leistungen in Zahlen gießen, so wäre das nicht zu finanzieren. Deshalb gilt allen Funktionärinnen und Funktionären – ob im Seniorenbund oder in anderen Vereinen tätig – unser großer Dank!“, so der Landesgeschäftsführer Mag. Franz Ebner. 

 

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