Am 26. Juli 2026 wird weltweit zum sechsten Mal der „Welttag der Großeltern und älteren Menschen“ begangen. Die 2021 von Papst Franziskus ins Leben gerufene Initiative findet jährlich am vierten Sonntag im Juli rund um den Gedenktag der Heiligen Anna und Joachim, den Großeltern Jesu, statt.
Papst Leo XIV. stellt in seiner Botschaft zum diesjährigen Welttag die Worte des Propheten Jesaja in den Mittelpunkt: „Ich aber werde dich niemals vergessen“ – ein starkes Signal gegen das schmerzliche Gefühl der Einsamkeit, das viele ältere Menschen betrifft. Es erinnert daran, dass kein Mensch – unabhängig von Alter oder Gebrechlichkeit – aus dem Blickfeld der Gesellschaft geraten darf.
Einsamkeit im Alter begegnen: Aufruf zu persönlichen Besuchen
Die Zahl der älteren Menschen war noch nie so hoch wie heute. „Damit wächst jedoch auch die Gefahr der Einsamkeit und Isolation. Das schmerzliche Gefühl, vergessen zu werden, betrifft leider viele ältere Menschen“, erklären Seniorenbund-Landesobmann LH a.D. Dr. Josef Pühringer und Landesgeschäftsführer BR Mag. Franz Ebner. Aber die Sehnsucht nach sozialen Beziehungen, Gesprächspartnern und gesellschaftlicher Teilhabe bleibe auch im Alter unvermindert bestehen.
Der heurige Welttag solle daher ein Ansporn für alle, insbesondere die jüngere Generation sein, die Großeltern und ältere Familienmitglieder bewusst zu besuchen, schließen sich die beiden der Botschaft von Papst Leo XIV. an. Ebenso wichtig sei es jene Menschen im Blick zu haben, die sonst niemanden haben und keinen Besuch erhalten.
„Lassen wir die Worte Jesaja in Form einer herzlichen und liebevollen Begegnung von Mensch zu Mensch konkrete Gestalt annehmen“, so Pühringer und Ebner.
Die digitale Welt kann menschliche Wärme nicht ersetzen
Ein Punkt wird in einer sich immer schneller drehenden, technisierten Welt oft übersehen: Die digitale Welt kann echte menschliche Nähe und persönliche Zuwendung niemals ersetzen.
„So wertvoll technische Hilfsmittel für den Alltag auch sein mögen: Ein Bildschirmanruf oder eine Textnachricht ersetzen kein persönliches Gespräch von Angesicht zu Angesicht, kein gemeinsames Lachen, keine echte Umarmung“, betonen Pühringer und Ebner. „Technik kann unterstützen, aber sie darf niemals die menschliche Begegnung verdrängen.“
Leistungen der Senioren sichtbar machen
In öffentlichen Debatten stehen oft die Kosten im Vordergrund, die ältere Menschen verursachen, nicht selten werden sie als Last empfunden. „Natürlich gibt es die Hochbetagten, die Pflegebedürftigen, die unsere Hilfe brauchen, aber es wird häufig übersehen, welchen unersetzlichen Beitrag die Senioren für das Funktionieren unserer Gesellschaft leisten – sei es in der Kinderbetreuung, in der Pflege von Angehörigen, im Vereinswesen, in Sozialorganisationen oder im kirchlichen Bereich“, betonten die beiden Seniorenvertreter.
„Der Welttag der Großeltern und älteren Menschen ist ein wichtiger Anlass, um Dankbarkeit und Anerkennung auszusprechen. Er sollte aber nicht der einzige Tag sein, den Beitrag der älteren Generation für das Gelingen der Gesellschaft zu würdigen. Es braucht Wertschätzung, die das ganze Jahr über sichtbar wird“, so Pühringer und Ebner abschließend.
