Pflege der Zukunft

In der Aktuellen Stunde des Bundesrates rückte der oberösterreichische Bundesrat Franz Ebner die Zukunftsfrage der Pflege in den Fokus. Er betonte die Vorreiterrolle der oberösterreichischen „Betreuungsarchitektur 2040“ und setzte sich nachdrücklich für eine spürbare Entlastung pflegender Angehöriger sowie stärkere Anreize zur Gesundheitsvorsorge ein.

Bis zum Jahr 2040 wird allein in Oberösterreich die Zahl der Pflegebedürftigen ab 65 Jahren auf knapp 90.000 ansteigen. „Die Menschen wollen im Alter in den eigenen vier Wänden bleiben. Mit der ‚Betreuungsarchitektur 2040‘ schließen wir in Oberösterreich die Lücke zwischen der Pflege daheim und dem Pflegeheim“, so Ebner.

Herzstück seien „Sorgende Gemeinschaften“, die ein lokales Sicherheitsnetz aus Nachbarschaftshilfe, Ehrenamt, Gemeinden und mobilen Diensten knüpfen. Zudem greife die oberösterreichische Personaloffensive mit aktuell über 1.640 Personen in Ausbildung bereits spürbar.

„Pickerl für die eigene Gesundheit“

Neben strukturellen Innovationen plädierte Ebner für ein Umdenken bei der Prävention, um Pflegebedürftigkeit gezielt zu verhindern oder hinauszuzögern: „Für unser Auto ist das Pickerl in der Werkstatt völlig selbstverständlich. Dieses Pickerl braucht es auch für die eigene Gesundheit!“ Als Vorbild nannte er die Sozialversicherung der Selbständigen (SVS), die Vorsorgeuntersuchungen aktiv mit Prämien belohnt. Das schaffe wirksame Anreize für einen gesunden Lebensstil und sollte Vorbild für alle Kassen sein.

Einsatz für Familien und pflegende Angehörige

Um die rund 950.000 pflegenden Angehörigen in Österreich und ihre Familien zu entlasten, macht sich Ebner für wesentliche strukturelle und finanzielle Verbesserungen in der Pflege stark. Ein zentrales Anliegen ist ihm die Ausweitung des Angehörigenbonus, der auf Sicht bereits ab der Pflegestufe 3 gewährt werden soll. Ebenso brauche es einen weiteren Ausbau und leistbare Tagesbetreuungs- und Kurzzeitpflegeplätze, um Familien dringend benötigte Auszeiten zu ermöglichen.

Zudem drängt Ebner auf die Absicherung der 24-Stunden-Betreuung. Die Einkommensgrenze für diese Förderung liege seit 2007 unverändert bei 2.500 Euro und müsse angepasst werden.

„Fehlt die Unterstützung daheim, landen die Menschen im Heim – und das ist für die öffentliche Hand am Ende die teuerste Lösung. Altern in Würde und Selbstbestimmung muss in Österreich selbstverständlich sein“, so Bundesrat Franz Ebner.

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